#3

In meiner Arbeit begegnet mir immer wieder die Situation, dass es Eltern nicht schaffen, auf eine gute Art und Weise Grenzen zu ziehen – konkret: NEIN zu sagen.

 

Wenn man Kinder hat, kommt man um das kleine böse Wort NEIN nicht herum. Mir begegnen immer wieder Eltern, die auf einer dieser Seiten vom Pferd fallen: Entweder, sie schaffen es nicht, sich klar abzugrenzen, diskutieren ganz viel und letztendlich bekommt das Kind entweder durch viel Geschrei oder viel Diskutieren doch was es will. Auf der anderen Seite sind Eltern, die einfach kalt und ohne viel nachzudenken NEIN sagen oder schreien.

 

1.    Erstmal müssen sich Eltern klar sein, was sie wollen, und was sie nicht wollen. Im Normalfall fällt es Eltern nicht schwer, Kindern ein Schluck ihres Bieres oder der Cola zu verweigern. Bei einem weiteren Schokoriegel wird’s aber schon deutlich schwerer. Das liegt oft daran, dass sich Eltern selbst nicht klar sind, was sie eigentlich wollen. Weil es einfach oft scheinbar auch nicht so schlimm ist, halt ein wenig mehr Schokolade zu essen.

2.    Wir sind bessere Eltern, wenn wir gut drauf sind. Wenn wir schlecht drauf sind, müde, kaputt, etc., sind wir oft kurz angebunden und gehen meist nicht adäquat auf die Bedürfnisse unserer Kinder ein. Für mich der größte und wichtigste Punkt, auf seine eigenen Bedürfnisse achtzugeben, neben dem netten Effekt, mehr Pausen zu haben und besser drauf zu sein.

3.    Darauf aufbauend kommt jetzt die Lösung, wie man am besten NEIN sagt. Das funktioniert am besten, wenn die eben genannten Punkte erfüllt sind, d.h. wir wissen was wir wollen und 2. gut drauf sind. Das entscheidende ist dann nämlich das WIE, und nicht mehr das was. 

a.    Zuerst bauen wir eine positive Bindung auf, indem wir etwas Positives oder Wertschätzendes sagen.

b.    Wir sagen Nein und drücken gleichzeitig unser Bedauern aus. Hierbei sollten wir gar nicht groß erklären, WARUM wir Nein sagen, das führt nur zu unnötiger Diskussion.

c.    Wir bieten eine Alternative an.

 

Beim Thema Schokolade könnte es folgendermaßen aussehen: „Mein liebes Kind, Schokolade essen ist toll, was. Ich kann total verstehen, dass du Lust hast, noch einen Schokoriegel zu essen. Es tut mir leid für dich, aber es gibt jetzt leider keinen zweiten. Einer reicht völlig aus. Du kannst jetzt gerne noch einen Apfel essen, und morgen kannst du wieder einen Schokoriegel haben.“

 

Wir haben so eine Verbindung zu unserem Kind aufgebaut, es fühlt sich wertgeschätzt und verstanden, und es hat selbst die Möglichkeit, etwas zu entscheiden, nämlich ob es einen Apfel isst, oder nicht.

 

Deshalb: Eltern sollten sich klar sein, was sie wollen, sich in Diskussionen bemühen gut drauf zu sein um dann gut auf Kinder eingehen zu können.